Der Blog entstand ursprünglich im Kontext eines Seminars an am Departement Geschichte der Universität Basel im Jahr 2021. Weitere Beiträge werden Ende des Herbstsemestemester 2026 aufgeschaltet, nun von Studierenden des Historischen Instituts der Universität Bern. Die Studierenden erarbeiten sich ausgewählte Themen und verfassen dazu Blogbeiträge, die auf dem Blog veröffentlicht werden.
Die geographische, sprachliche und kulturelle Nähe zu Deutschland und Österreich machte die Schweiz für die Verfolgten des NS-Regimes zu einem naheliegenden Fluchtziel. Unter den Emigrant*innen waren zahlreiche Intellektuelle und Kulturschaffende, die aufgrund rassistischer und/oder politischer Verfolgung ihre Heimat verlassen mussten und sich in der Schweiz (oft nur vorübergehend) niederlassen konnten. Unter ihnen waren z.B. die Schriftsteller*innen Thomas Mann und Else Lasker-Schüler oder die Kinderbuchautorin Lisa Tetzner. Auch die schweizerische Theaterszene war zwischen 1933 und 1945 massgeblich von Emigranten geprägt. Eine prominente Stellung erlangte in diesem Zusammenhang besonders das Schauspielhaus Zürich und als wichtige Plattform antinazistischer Exilliteratur konnte sich der Europa-Verlag Emil Oprechts in Zürich etablieren. „Die Folgen der Migration sind vielfältig: Migration verändert die Kultur derer, die auswandern, die Kultur der Aufnahmeländer und im Endeffekt auch die Kultur der Ursprungsländer“, schreibt Daniel Azuélos (Alltag im Exil, S. 10). Die Frage nach diesen Wechselwirkungen wird uns im Seminar vertieft beschäftigen. Dabei schauen wir auf das Schaffen der Exilant*innen auf, ihre Handlungsspielräumen (Zensur, gesellschaftliche Einschränkungen, Gender), aber auch auf den Einfluss der exilierten Kulturschaffenden auf den Kulturplatz Schweiz in den 1930er und 40er Jahre und darüber hinaus.